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Diese Diabetesepidemie ist die Folge unseres westlichen Lebensstils, der gekennzeichnet ist durch immer weniger Bewegung und falsche (Über-)Ernährung. Inzwischen haben auch die Wissenschaft und die Politik die Notwendigkeit erkannt, frühzeitige Aufklärung zu betreiben und auf Verhaltensänderungen hin zu wirken. Nationale Fachgesellschaften planen Programme, die diese Entwicklung bremsen oder gar umkehren könnten. Im Gegensatz dazu Lehrte, dort wird gehandelt – in Deutschland bislang ohne Beispiel.

Seit 2001 haben 800 Schüler der 5. und 6. Klassen an den Orientierungsstufen Lehrte Süd an den bislang eintägigen Schulprojekten teilgenommen. Das Ziel des inzwischen als Lehrter Modells bezeichneten Schulprojektes ist es, den Kindern die Zusammenhänge zwischen mangelnder Bewegung und übermäßiger / falscher Ernährung klarzumachen und möglichen Folgen, wie die Diabetesentstehung aufzuzeigen.

Unter der Leitung von Frau Frau Frohloff-Kulke (Gymnasium Lehrte / OS Lehrte Mitte) wird das 2004 erstmals nach dem neuen Curriculum auf drei Tage erweitert. An dem ersten Projekttag wurde bei allen Kindern der Blutzucker sowie  Größe und Gewicht gemessen und umfangreiche Fragebögen zum Sport und zur Ernährung beantwortet. Die Auswertung (Evaluation) dieser Daten übernahm erneut Prof. Dr. Schöfl aus der Medizin. Hochschule Hannover. Hierin zeigt sich, das die Lehrter Kinder in der Mehrheit durchaus Sportbewusst sind und auch die Ernährung mit hohem Gemüse/Obstanteil zu mäßig Süßigkeiten ganz gut dar steht. Dennoch ist aber immerhin fast jedes 5. Kind übergewichtig. Bei diesem  Projekt im Juni 2004 an der OS Lehrte Mitte stand besonders die Bewegung, der Sport im Mittelpunkt. Ein ganzer Tag des dreitägigen Projektes war dem Sport vorbehalten. Lehrte Sportvereine und Tanzschulen haben sich engagiert und die Kinder in ihre verschiedenen Sparten hineinschnuppern lassen. Damit hat sich vielleicht bei manchen Kindern, die bislang noch nicht in einem Verein Sport treiben, die Hemmschwelle verkleinert und es konnte ein ersten Kontakt hergestellt werden.

Das Schulprojekt Lehrter Model hat zwei Ziele. Einerseits sollen natürlich die Kinder frühzeitig informiert und sensibilisiert werden und hoffentlich ihr eigenes Verhalten kritisch überdenken. Auf der anderen Seite soll aus den gemachten Erfahrungen ein Curriculum erstellt werden, das von allen Schulen in Niedersachsen und darüber hinaus genutzt werden kann. Besonderer Wert wird darauf gelegt, das die Schulen auf ihre örtlich sehr unterschiedlichen Angebote zurückgreifen können (Ärzte, Sportvereine, Firmen u. a.).

Etwas besonders Erfreuliches zum Schluss: Das Sozialamt Lehrte ist interessiert, ein entsprechendes Modellprojekt für die städt. Kindergärten zu entwickeln.  

 
 

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